Von der Kuratorin
Liebe Leserinnen und Leser, die Mieten an der Costa Blanca und in vielen Küstenlagen der Provinz Alicante bleiben auf Rekordniveau. Wer eine Wohnung sucht, merkt das inzwischen im Alltag: immer höhere Preise bei immer weniger Auswahl. Ich nehme das diese Woche als Hauptthema – mit konkreten Tipps für Mieter und Eigentümer.
Daneben rückt die EZB-Sitzung am 11. Juni näher. Die Märkte erwarten eine Zinserhöhung – wer eine variable Hypothek hat, sollte spätestens jetzt rechnen. Und im Sicherheitsteil zeige ich euch die neue Phishing-Welle mit täuschend echten Fake-Lidl-Shops, vor der INCIBE diese Woche warnt.
Wie immer: Klartext, keine Panik – aber auch keine Verharmlosung.
– Daniela Schlicht, Valencia Klartext
Das Wichtigste in Kürze
Diese Woche auf einen Blick
Die Mieten an der Costa Blanca und in vielen Küstenlagen der Provinz Alicante bleiben auf Rekordniveau. Besonders in Alicante-Stadt, Benidorm, Altea oder Calpe wird Wohnraum zunehmend knapp. Ursachen sind hohe Nachfrage, begrenztes Angebot sowie strengere Regeln und Einschränkungen bei touristischer Vermietung.
Die nächste EZB-Sitzung am 11. Juni rückt näher. Viele Marktbeobachter rechnen aktuell mit einer weiteren Zinserhöhung – getrieben von der Inflation, die im April erneut auf 3,0 % geklettert ist. Der 12-Monats-Euribor liegt aktuell bei rund 2,75–2,80 %.
Bei der Renta 2025 (spanische Einkommensteuererklärung) haben bereits über 4,5 Millionen Steuerpflichtige eine Rückerstattung erhalten – insgesamt 3,15 Milliarden Euro. Der Telefon-Service läuft auf Hochtouren. Die nächste relevante Frist: 25. Juni für Zahlung per Bankeinzug (Domiciliación).
Im Sicherheitsbereich warnt INCIBE vor einer Welle täuschend echter Fake-Lidl-Shops. Laut INCIBE sollten Nutzer in Spanien direkt lidl.es verwenden. Ungewöhnliche Domain-Endungen oder zusätzliche Begriffe im Domainnamen sind ein Warnsignal. Konkrete Schutzmaßnahmen stehen weiter unten.
⏰ Fristen
Kommende Deadlines
1. Juni 2026
ITP-Steuersenkung Comunitat Valenciana tritt in Kraft
🏠 Immobilienkäufer — Grunderwerbsteuer sinkt von 10 % auf 9 %
11. Juni 2026
EZB-Zinsentscheid – mögliche Anhebung des Leitzinses
🏠 Hypothekenkunden · 💼 Selbstständige mit Krediten — Auswirkung auf Euribor
25. Juni 2026
Renta 2025: Frist bei Zahlung per Bankeinzug (Domiciliación)
🏠 Residenten · 👴 Rentner — 5 Tage vor der allgemeinen Frist!
30. Juni 2026
Finale Abgabefrist Renta 2025 (spanische Einkommensteuererklärung / Modelo 100)
🏠 Alle einkommensteuerpflichtigen Residenten
Nachrichten & Entwicklungen
Was diese Woche wichtig ist
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Hauptthema
Wohnen & Immobilien
Mieten an der Costa Blanca auf Rekordniveau – was du jetzt tun kannst
Die Mietpreise an der Costa Blanca und in vielen Küstenlagen der Provinz Alicante bleiben auf hohem Niveau. Besonders in Alicante-Stadt sowie in Orten wie Benidorm, Altea oder Calpe wird Wohnraum zunehmend knapp. Bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung sind 1.000 € Kaltmiete inzwischen keine Ausnahme mehr – mit weiter steigender Tendenz.
Warum ist das passiert? Drei Ursachen wirken zusammen. Erstens: Verschärfte Regeln und kommunale Einschränkungen bei touristischer Vermietung verändern den Markt. Gleichzeitig bleibt ein großer Teil des Wohnraums im touristischen Segment gebunden. Zweitens: Die Nachfrage nach Langzeit-Mietwohnungen wächst durch Zuzug aus dem Ausland und Binnenwanderung. Drittens: Bauaktivität ist begrenzt, viele Neubauten kommen erst 2027 oder 2028 auf den Markt.
Was bedeutet das konkret für Mieter? Wer aktuell einen laufenden Mietvertrag hat, ist gut geschützt – die jährliche Indexierung darf nicht über den staatlich festgelegten Mietpreis-Referenzindex hinausgehen. Wer aber neu sucht, trifft auf einen extrem angespannten Markt: Wohnungen verschwinden binnen Tagen. In stark nachgefragten Lagen wird teilweise mehrere Monatsmieten als Kaution oder Vorausmiete verlangt. Wichtig: Das spanische Mietrecht (Ley de Arrendamientos Urbanos, LAU) erlaubt maximal eine Monatsmiete plus zwei Monatsmieten Garantía – mehr ist nicht zulässig.
Was bedeutet das für Eigentümer? Wer vermietet, sitzt auf einem wertvollen Asset – aber die rechtliche Lage ist komplex. Ferienvermietung ohne gültige Lizenz wird in der Comunitat Valenciana strenger kontrolliert. Die Bußgelder reichen bis 600.000 € im Wiederholungsfall. Wer langfristig vermietet, kann Mietpreis und Kaution rechtssicher festlegen – aber auch hier gilt: Der Mietpreis-Referenzindex deckelt zukünftige Erhöhungen.
Anschauliches Beispiel aus Dénia: Eine Familie mietet seit 2022 eine 90-Quadratmeter-Wohnung für 850 € im Monat. Der Eigentümer will im Sommer 2026 verkaufen. Die Familie bleibt vorerst geschützt, weil ein laufender Mietvertrag den Käufer grundsätzlich bindet. Läuft der Vertrag jedoch aus und wird nicht verlängert, müsste sie zum aktuellen Marktpreis suchen – realistisch wären 1.200–1.400 € für eine vergleichbare Wohnung. Sinnvoll wäre deshalb: eine Verlängerung frühzeitig schriftlich klären, solange der Eigentümer noch nicht verkauft hat.
Achtung Betrug: Auf Idealista und Fotocasa häufen sich Fake-Inserate, vor allem in beliebten Lagen. Typische Muster: extrem niedriger Preis, Eigentümer im Ausland, Bitte um Überweisung der Kaution vor Besichtigung. Niemals Geld überweisen ohne persönliche Besichtigung und unterschriebenen Vertrag.
Was du jetzt tun kannst
1. Mieter mit laufendem Vertrag: Prüfe die jährliche Indexierung. Sie darf nicht über dem gesetzlichen Referenzwert liegen.
2. Mieter auf Suche: Sei schnell, prüfe das Inserat, besichtige vor Ort und zahle nie vor unterschriebenem Vertrag.
3. Eigentümer: Prüfe bei touristischer Vermietung deine Lizenz. Bei Langzeitvermietung sollte der Vertrag rechtssicher aufgesetzt werden – idealerweise mit Abogado oder Gestoría.
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Finanzen & Hypotheken
EZB-Sitzung am 11. Juni rückt näher – variable Hypotheken im Blick
Die jährliche Inflation im Euroraum ist im April 2026 laut Eurostat auf 3,0 % gestiegen. Damit liegt sie weiter klar über dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 %. Die nächste Zinssitzung der EZB findet am 11. Juni 2026 statt. Viele Marktbeobachter rechnen derzeit mit einer weiteren Zinserhöhung im Juni; an den Märkten werden bis Jahresende mehrere weitere Zinsschritte erwartet.
Für Immobilienbesitzer mit variabler Hypothek in Spanien ist besonders der 12-Monats-Euribor wichtig. Er dient als Grundlage für die meisten variablen Hypotheken. Aktuell liegt er bei rund 2,75–2,80 % (Stand Mitte Mai 2026). Steigen die EZB-Leitzinsen weiter, erhöht sich in der Regel auch der Euribor. Dadurch kann bei der nächsten Anpassung die monatliche Hypothekenrate steigen.
Wer in den kommenden Monaten eine Zinsanpassung erwartet, sollte die Optionen frühzeitig prüfen. Sinnvoll ist ein schriftliches Angebot der eigenen Bank für einen Wechsel von variabler zu fester Verzinsung – inklusive effektivem Jahreszins, möglicher Provisionen und Laufzeit. Diese Konditionen sollten mit mindestens zwei weiteren Banken verglichen werden.
Was du tun kannst
Je nach Vorgehen – Vertragsänderung bei der bestehenden Bank (Novation), Bankenwechsel mit Übernahme der Hypothek (Subrogation) oder Abschluss einer neuen Hypothek – unterscheiden sich die Kosten teils deutlich. Deshalb sollte nicht nur die neue Monatsrate betrachtet werden, sondern auch mögliche Nebenkosten wie Immobilienbewertung (Tasación), Provisionen oder Gebühren für Vertragsänderungen.
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Bereits aktiv
Steuern & Behörden
Banken melden Zahlungseingänge von Autónomos künftig häufiger an die AEAT
Seit Februar 2026 melden Banken und Zahlungsdienstleister wie Bizum, Stripe oder PayPal bestimmte Zahlungsdaten von Selbstständigen und Unternehmen häufiger an die Agencia Tributaria (spanisches Finanzamt). Bei Bizum betrifft das insbesondere monatliche Sammelmeldungen geschäftlicher Zahlungseingänge. Die Behörden erhalten dadurch deutlich schneller einen Überblick über Umsätze und Zahlungsflüsse.
Für viele Autónomos heißt das: Die AEAT erhält Zahlungsinformationen deutlich schneller und regelmäßiger als bisher. Wer Einnahmen bisher nicht ordnungsgemäß deklariert hat, bekommt jetzt schneller eine Mitteilung. Wer korrekt abrechnet, hat nichts zu befürchten – sollte aber prüfen, ob die Buchhaltung den neuen Standard erfüllt.
Was du tun kannst
1. Gestoría abgleichen: Stimmen deine Quartalsmeldungen (Modelo 130, 303) mit den Zahlungseingängen überein?
2. Konten trennen: Geschäftliche und private Zahlungen sollten sauber getrennt sein.
3. Bizum ernst nehmen: Geschäftliche Bizum-Eingänge sind nachvollziehbare Zahlungseingänge und gehören in die Buchhaltung.
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Steuern & Behörden
Renta 2025: 4,5 Millionen Rückerstattungen ausgezahlt
Die Renta-Kampagne 2025 – die spanische Einkommensteuererklärung – läuft auf Hochtouren. Bis zum 6. Mai hat die AEAT bereits 4,5 Millionen Steuerpflichtigen ihre Rückerstattung überwiesen – insgesamt 3,15 Milliarden Euro. Der Telefon-Service ist seit Anfang Mai aktiv und stark nachgefragt.
Neu in dieser Kampagne: Wer Steuern nachzahlen muss, kann das jetzt direkt per Bizum oder Kreditkarte erledigen – einfacher als bisher. Wer Empfänger einer Arbeitslosenunterstützung war, ist nach dem Real Decreto-Ley 2/2026 von der Steuererklärungspflicht befreit.
Was du tun kannst
Wenn du noch nicht abgegeben hast: Prüfe auf agenciatributaria.gob.es, ob du für „Renta Directa" in Frage kommst – das ist die schnellste und einfachste Variante für einfache Steuersituationen.
🌍 Globaler Radar
Im großen Bild – was die Welt bewegt
Einordnung zu Entwicklungen, die sich konkret im Alltag, bei Preisen oder bei Entscheidungen bemerkbar machen können.
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Energie & Alltag
Stromkosten im Sommer: Tarif jetzt prüfen
Mit dem Sommer steigt an der Küste der Stromverbrauch, vor allem durch Klimaanlagen. Gleichzeitig unterscheiden sich die Kosten je nach Tarifmodell deutlich: Wer im freien Markt ist, zahlt nicht automatisch weniger als im regulierten Tarif.
Was das für dich in Valencia und an der Costa Blanca bedeutet: Prüfe vor der heißen Phase deinen Stromvertrag, die gebuchte Leistung und die Verbrauchszeiten. Gerade bei Zweitwohnungen, Ferienwohnungen oder älteren Verträgen kann ein Tarifvergleich spürbar Geld sparen.
In den nächsten Monaten
🔐 Sicherheit & Betrug
Diese Woche: INCIBE warnt vor Fake-Lidl-Shops
Thema der Woche
Das spanische Institut für Cybersicherheit INCIBE hat Anfang Mai eine offizielle Warnung herausgegeben: Cyberkriminelle bauen täuschend echte Kopien des Lidl-Onlineshops nach. Die Fake-Seiten erscheinen oben in Suchergebnissen und werden über WhatsApp verbreitet – mit Angeboten, die zu gut klingen, um wahr zu sein: Haushaltsgeräte zum Spottpreis, Markenware mit 80 % Rabatt, angebliche Lager-Räumungsverkäufe.
So erkennst du echte Lidl-Seiten: In Spanien solltest du idealerweise direkt lidl.es aufrufen. Laut INCIBE sind ungewöhnliche Domain-Endungen, zusätzliche Wörter oder Schreibfehler im Domainnamen ein klares Warnsignal. Betrüger nutzen Domain-Endungen wie lidl-ofertas.shop, lidlespana.online oder super-lidl.store. Wer einkauft, gibt seine Kreditkartendaten preis – und sieht das Geld nie wieder, bekommt aber sehr wahrscheinlich Betrugsabbuchungen.
Wer schon auf eine solche Seite geklickt hat – aber noch nicht gekauft –, sollte laut INCIBE Beweise sichern (Screenshot der Anzeige, URL, Seiteninhalt) und sofort die Passwörter ändern, besonders wenn dasselbe Passwort für andere Dienste genutzt wird.
Aktuelle Bedrohungen
WhatsApp-Betrug: „Mama, ich habe ein neues Handy"
Die spanische Polizei warnt erneut vor der Masche, bei der sich Betrüger als Kind oder Enkel ausgeben – per WhatsApp-Nachricht von einer „neuen Nummer". Sie behaupten, das alte Handy sei kaputt, und bitten um sofortige Überweisung. Betrüger setzen zunehmend auf emotionalen Druck und glaubwürdige Geschichten, um schnelle Überweisungen zu erreichen. Wer angerufen wird, sollte immer die alte Nummer zurückrufen.
Quelle: Policía Nacional 2026
Quishing: Fake-QR-Codes an Flughäfen und Restaurants
Die Polizei warnt auf Mallorca und an der Costa Blanca vor manipulierten QR-Codes – etwa auf Parkautomaten, Speisekarten oder Touristen-Brochüren. Die Codes leiten auf täuschend echte Bezahlseiten. Wer scannt, gibt Kreditkartendaten weiter. Hinweis: QR-Codes immer vor dem Scannen prüfen – wirkt der Aufkleber neu, abgelöst oder überklebt: Finger weg.
Quelle: Policía Nacional / Medienberichte Mai 2026
Was du jetzt tun kannst
1
Online-Shopping nur über bekannte Domains. Tippe die Adresse direkt in den Browser. Für Lidl Spanien: lidl.es. Bei Zweifeln: Lieber gar nicht kaufen, als Daten preisgeben.
2
QR-Codes immer prüfen. Wenn Aufkleber neu wirken oder über alte geklebt sind, lieber den offiziellen Bezahlweg nutzen – Münzeinwurf, Bargeld an der Theke, oder offizielle App.
3
WhatsApp-Nachrichten von „neuer Nummer" niemals vertrauen. Familienmitglied immer über die alte Nummer zurückrufen. Wenn das nicht klappt: persönlich oder über einen anderen Kanal nachfragen, bevor du Geld überweist.
Schnupper-Session · Donnerstag, 28. Mai 2026 · 16:30 Uhr
Certificado Digital: Dein Generalschlüssel zur spanischen Bürokratie – und wie du technische Fallen vermeidest
Mit Julian Garcia-Lavernia Elsener · Steuerberater · Kanzlei Garcia Elsener
Spaniens Behörden stellen massiv auf digital um. Ohne funktionierenden digitalen Zugang stehst du vor verschlossenen virtuellen Türen – bei der Steuererklärung, bei der Sozialversicherung, beim Gesundheitssystem. Viele scheitern nicht am System, sondern an vermeidbaren technischen Fehlern: falscher Browser, abgelaufene Zertifikate, Namens-Diskrepanzen zwischen NIE und Reisepass.
In dieser Session erklärt dir Julian Garcia-Lavernia Elsener, worauf es ankommt – mit Praxisbezug zur Comunidad Valenciana. Online, auf Deutsch, ca. 45 Min. Vortrag plus 30 Min. Fragerunde.
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